Bau der Wohnanlage Parkheim
Das Architekturbüro Puls & Richter: Mit dem Entwurf und der Bauleitung der Anlage wurden die renommierten Hamburger Architekten Alfredo Puls und Emil Richter betraut. Das Duo prägte mit zahlreichen wegweisenden Wohnungs- und Siedlungsbauten in Hamburg (wie etwa dem berühmten Kranzhaus in der Jarrestadt oder dem Daniel-Bartels-Hof) den städtebaulichen Ausdruck der 1920er und 1930er Jahre.
Architektonische Besonderheiten: Die in den Jahren 1926 bis 1927 errichtete Wohn- und Stiftsanlage am Baumkamp / Ohlsdorfer Straße in Hamburg-Winterhude spiegelt die hanseatische Backstein-Moderne und den sozialen Wohnungsbau der Weimarer Republik wider. Typisch für die Handschrift von Puls & Richter waren solide, langlebige Klinkerfassaden, eine funktionale und dennoch wohnliche Raumaufteilung sowie architektonische Details, die den Bewohnern trotz kompakter Struktur ein hohes Maß an Würde, Licht, Luft und gemeinschaftlichem Zusammenleben garantieren sollten. Die L-förmige Anlage war gezielt als fortschrittliche Seniorenwohnanlage konzipiert, die sich harmonisch in das städtische Gefüge Winterhudes einfügte.
Zur Anlage gehören 168 Wohnungen mit 1, 2 oder 2 ½ Zimmern. Die Häuser sind dreigeschossig, die Fassade ist in Oldenburger Klinker ausgeführt, das Schrägdach mit roten holländischen Pfannen gedeckt. In der Gestaltung der Fassade griffen Puls & Richter Elemente des Expressionismus auf, auffällig die dreieckigen Standerker („Auslucht“).